Wer in Charlottenburg-Wilmersdorf ein Haus besitzt, hat es meist mit Gründerzeit oder mit Nachkriegsbau zu tun. Jeweils gut ein Drittel der Wohnungen stammt aus der Zeit vor 1919 und aus den Jahren 1949 bis 1978, mit etwa 36,6 und 37,0 Prozent (Zensus 2022). Neubauten ab 2011 machen dagegen nur etwa 3,4 Prozent aus.
Die Wohnungen sind dabei groß, im Schnitt 77,0 Quadratmeter gegenüber 72,5 in ganz Berlin (IBB, 2024). Und im Gründerzeithaus mit Vorderhaus und Seitenflügel hängt an dieser Fläche mehr, als man zunächst denkt: Nebenkosten nach Wohnfläche, Mieterhöhung nach Mietspiegel, Kappung bei Modernisierung. Wir gleichen deshalb bei jeder Übernahme die Flächen in den Mietverträgen mit den Unterlagen zum Haus ab, weil sich eine falsche Zahl dort durch jede Abrechnung zieht.
Bei der Heizung fällt der Bezirk aus der Reihe, denn rund 57 Prozent der Wohnungen hängen an der Fernwärme, der höchste Anteil unter den Innenstadtbezirken (Zensus 2022). Statt eines Kessels steht im Keller dann eine Übergabestation, und die Kosten der Wärmelieferung werden zu 50 bis 70 Prozent nach Verbrauch verteilt (§ 7 HeizkostenV).
Auch zwei Bauten der Moderne gehören zum Bezirk. Die Großsiedlung Siemensstadt mit 1.370 Wohnungen, gebaut 1929 bis 1934, ist Teil des UNESCO-Welterbes, und Charlottenburg-Wilmersdorf teilt sie sich mit Spandau. Ebenfalls hier steht das Corbusierhaus aus der Interbau 1957.
Neu gebaut wird im Bezirk dagegen vergleichsweise wenig: Von 2015 bis 2024 kamen 7.531 Wohnungen hinzu, im Schnitt 2,22 je 1.000 Einwohner und Jahr (IBB). Das könnte sich zwischen Messe, ICC und den S-Bahnhöfen Westkreuz und Grunewald ändern, wo der Senat das Stadtquartier Stadteingang West plant, auch wenn er eine Wohnungszahl noch nicht nennt.