Mieten und Mietspiegel-Lagen von Friedenau bis Marienfelde
Nach unserer Auswertung der Wohnlagenkarte liegen im Bezirk 62,9 Prozent der Adressen in mittlerer Wohnlage, 27,8 Prozent in einfacher und nur 9,3 Prozent in guter (Mietspiegel 2026). Dahinter verbirgt sich eine große Spanne, denn in Friedenau ist praktisch jede Adresse als gut eingestuft, während in Marienfelde 64 Prozent in einfacher Lage liegen.
| Ortsteil |
Einwohner (31.12.2025) |
Wohnlage der Adressen |
Milieuschutzgebiete |
| Schöneberg |
125.756 |
62 % mittel, 24 % gut, 14 % einfach |
acht |
| Tempelhof |
63.470 |
72 % mittel |
eines |
| Mariendorf |
54.337 |
57 % mittel, 43 % einfach |
eines |
| Lichtenrade |
52.909 |
81 % mittel |
keines |
| Marienfelde |
32.306 |
64 % einfach |
keines |
| Friedenau |
30.057 |
praktisch alle gut |
keines |
Auf dem Angebotsmarkt hat der Bezirk zuletzt kräftig zugelegt. Von 2024 auf 2025 sind die Angebotsmieten um 7,6 Prozent gestiegen, von 14,67 auf einen Median von 15,79 Euro je Quadratmeter nettokalt. Das war der stärkste Anstieg unter den Innenstadtbezirken (IBB Wohnungsmarktbericht 2025). Ein Drittel der Angebote lag bei 20 Euro oder mehr, gut ein Fünftel unter 10 Euro. Bei den Bestandsmieten lag der Bezirk beim Zensus 2022 dagegen knapp unter dem Berliner Wert: Nach unserer Gewichtung zahlten Mieter hier etwa 7,57 Euro je Quadratmeter nettokalt, berlinweit 7,67 Euro.
Für Mieterhöhungen im Bestand zählt trotzdem nicht der Markt, sondern der Mietspiegelwert der Wohnung, und in drei Jahren sind höchstens 15 Prozent mehr erlaubt (Kappungsgrenzen-Verordnung, gültig bis 10.05.2028). Wie das Verlangen begründet wird und welche Fristen laufen, erklärt der Ratgeber zur Mieterhöhung nach Mietspiegel.
Friedenau ist mit 30.057 Einwohnern der kleinste Ortsteil, aber der einzige im Bezirk, in dem der Mietspiegel praktisch jede Adresse als gute Wohnlage führt. Bei einer Wiedervermietung gilt dort deshalb der Mietspiegelwert für gute Lage plus höchstens zehn Prozent, sofern keine Ausnahme greift. Milieuschutz gibt es in Friedenau zwar nicht, die stadtweite Umwandlungsverordnung aber schon: Ein Haus mit mehr als fünf Wohnungen lässt sich bis 31.12.2030 nur mit Genehmigung aufteilen.
Lichtenrade liegt zu 81 Prozent in mittlerer Wohnlage und hat kein Erhaltungsgebiet, sodass Vermieter dort mit den stadtweiten Regeln arbeiten, ohne den zusätzlichen Genehmigungsvorbehalt des Milieuschutzes.